Alumniport
 
  Vertreter der bisherigen fünf Abiturjahrgänge des St. Meinrad-Gymnasiums hatten sich im November 2007 auf Einladung des Schulvereinsvorsitzenden Ottmar Schneck getroffen, um ein Projekt in Angriff zu nehmen, das bisher noch nicht dagewesen ist: Über ein Onlineportal soll die wachsende Zahl an Ehemaligen mit der Schule in Verbindung bleiben können, damit diese nicht den Kontakt verlieren und damit die Schule später auf sie zurückgreifen kann.

Man traf sich also, um das Projekt "Alumni" anzustoßen. Nach fünf Jahrgängen war endlich eine ausreichende Anzahl an Ehemaligen erreicht, die zur Umsetzung notwendig ist. Ehemalige können nicht von oben herab oder von außen vernetzt werden, sie müssen es selbst tun. Dafür brauchte man engagierte und motivierte Ehemalige, die neben ihrem Studium oder anderen Verpflichtungen noch ein solches Projekt mittragen.

Zunächst wurde der Fokus auf eine Plattform des Austausches und der Dokumentation gelegt -- ein Internetportal. Dieses kann auch Ehemalige in fernen Ländern vernetzen, egal ob in Indien, Argentinien oder Schweden. Und damit war auch schon die erste Rubrik gefunden: "Alles rund ums Ausland". Es folgten "Studium&Ausbildung", "Jahrgangsrubriken" und - natürlich -- eine Rubrik für "Alumni-Events". Jede dieser Rubriken wird von einem Ehemaligen (Redakteur) betreut, wobei zunächst Aufbauarbeit geleistet werden musste.

Was bisher nur in den Köpfen der Gruppenmitglieder steckte, musste irgendwie in eine digitale Version umgewandelt werden. Diesen Part übernahm die Firma dserv aus Tübingen, die den Auftrag bekam, den technischen Teil des Portals zu übernehmen. Zunächst musste aber noch die Finanzierung des Projektes gewährleistet werden, und so konnte der Schulverein neben dem Stiftungsschulamt auch noch den Alumniverein der ESB Reutlingen von dem Projekt überzeugen. Mit dem Jahr 2008 begann dann auch das Projekt konkretere Formen anzunehmen und dserv stellte erste Teile des Portals vor. Veränderungen an Design und Struktur wurden vorgenommen, Ideen vorgeschlagen und verworfen, aber Ende März konnte dserv dann die Grundstruktur des Portals online stellen, so dass die Redakteure sich an die Arbeit machen konnten.

Einige von ihnen erhielten eine kurze Schulung, um mit dem Programmiertool umgehen zu können, und andere klickten sich einfach durch und probierten aus was ging. Insgesamt glich der Start der Redakteursarbeit einem Sprung ins kalte Wasser. Niemand hatte bislang besondere Erfahrungen im Bereich IT aufzuweisen oder hatte ein ähnliches Projekt gemanagt. Mit viel Geduld, langen Nächten und wiederholten Anfragen an dserv gelang dies aber immer mehr, und das Portal nahm langsam Konturen an. Bedingt durch Klausuren, Auslandsaufenthalte oder Probleme bei der Rechteverteilung kam es im Frühjahr 2008 zu einigen Verzögerungen, so dass man sich am Ende sputen musste. Am 6. September 2008 sollte es nämlich so weit sein -- bei der 1. Ehemaligenparty überhaupt sollte es zur Veröffentlichung (Neudeutsch "Release") des Portals kommen. Diese Idee wurde parallel zur Portalsarbeit von den Redakteuren verfolgt und musste ebenfalls noch umgesetzt werden.

Anfang August wurde dann die "heiße Phase" eingeleitet, und man machte sich daran, das Portal mit Inhalten zu füllen und die Party zu planen. Der 6. September rückte immer näher, und je mehr man sich in die Arbeit vertiefte, desto mehr Möglichkeiten ergaben sich. Die Nächte wurden also hin und wieder kürzer, aber letztendlich war am 6. September alles erledigt. Die Redakteure um Margit Krause, die als Verantwortliche des Schulvereins die Ehemaligen unterstützte, hatten es geschafft, innerhalb von 13 Monaten ein komplettes Portal aufzubauen, das zudem die Möglichkeit bietet, weitere Schulen einzubinden.

Mit dem 6. September 2008 war die erste Phase des Projektes abgeschlossen. Es existiert nun ein Portal, das Ehemaligen die Möglichkeit bietet, sich zu vernetzen und die Vergangenheit zu dokumentieren. In Zeiten von StudiVZ und Facebook ist es schwer für ein Ehemaligenportal, sich als weitere Kommunikationsplattform zu etablieren. Das Portal muss erst noch seine Identität und Bestimmung definieren, es muss den Weg in die Köpfe und in die Erinnerungen der Ehemaligen finden. Dieser Prozess ist - neben der Eingliederung weiterer Schulen -- die Aufgabe des Schulvereins und des Redakteursteams. Dazu gehören weitere Events, Weiterentwicklung des Portals, Gewinnung zusätzlicher Redakteure, Aufbau weiterer Rubriken (wie beispielsweise "Praktika").

Wie sich das Portal entwickelt, wird sich zeigen. Wichtig ist, dass dieser erste Schritt nun gewagt wurde, denn auf ihn kann man jetzt aufbauen.

Markus Nisch, alumniport


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