Schulpartnerschaft

 
 

Partnerschaft mit der Stadt Tshibombo (Kongo / Zaire)

 
 

Neuigkeiten vom Arbeitskreis "Soziales Lernen" (März 2000)

Die Schulkonferenz hat in ihrer letzten Sitzung beschlossen, unserer Partnerschule in Tschibombo weitere 3000 DM zur Verfügung zu stellen. Wir werden uns mit dem Geld bei der Anschaffung einer Steinbrennmaschine beteiligen, mit der dort im ehemaligen Flüchtlingslager selbstständig Steine hergestellt werden können, um den Bau von Wohnungen und öffentlichen Gebäuden voranzubringen: Ein echtes Stück Hilfe zur Selbsthilfe.

Unsere Aktion des Schulbaus hat dazu geführt, dass die Minengesellschaft MIBA sich mit Ingenieuren und finanziellen Zuschüssen eingeschaltet hat und somit eine soziale Bewegung ins Rollen gekommen ist.

Damit sind wir beim aktuellen Thema: Bei unserer diesjährigen Container-Sammelaktion sind schon erfreulich viele Schreibmaterialien, Schulranzen usw. zusammengekommen. Bis Mitte April ist noch Gelegenheit, etwas für unsere Partnerschule zu organisieren, dann kommt der Container mit dem Tieflader nach Rottenburg und wird beladen. Prof. Domres von der Uni Tübingen hat einen geländegängigen Krankenwagen besorgt, der im selben Container mitgeschickt werden wird. Außerdem werden medizinische Materialien für den Aufbau und die Versorgung von Kliniken mitgeschickt. Interessanterweise stammt der für Mbuji-Mayi bestimmte Klinikbedarf zu einem großen Teil aus dem zur Zeit des kalten Kriegs installierten Bunkerkrankenhaus unter dem Eugen-Bolz-Gymnasium in der Mechthildstraße, das jetzt aufgelöst wird.

Übrigens hat sich per E-Mail die Klasse 2c der Grundschule aus Nagold bei uns gemeldet. Sie haben unsere Homepage mit den Infos zu unserer Schulpartnerschaft gelesen und möchten sich durch das Sammeln von Schreibmaterial an der Containeraktion beteiligen. Tolle Sache.

Ende April kommt voraussichtlich der Bischof von Mbuji-Mayi, Herr Tschibango, zusammen mit dem Präsidenten der dortigen Universität Prof. Kalengaly nach
Deutschland. Ein Besuch der Uni Tübingen ist vorgesehen; vielleicht klappt es auch mit einem Besuch an unserer Schule ... .

PS: Falls Ihr Euch mit Eurer Klasse oder Schule ebenfalls an unserer Sammelaktion beteiligen wollt, könnt Ihr das natürlich gerne tun. Gesucht werden noch Schreibmaterialien sowie gut erhaltene Schreibmaschinen und funktionstüchtige Computer.

Ralf Eltgen

 
 

Ein Land im Herzen Afrikas
Demokratische Republik Kongos (ehemals Zaire)

Hauptstadt:

Kinshasa
Regierungsform:
Präsidiale Republik
1965 - 1997:
General Mobutu Sese Seko
seit Mai 1997:
Laurent Désiré Kabila
Gebietsfläche:
2,35 Mio km²
Geographische Lage:
Zentrales Äquatorialafrika, grenzt an Kongo/Brazzaville, die Zentralafrikanische Republik, Sudan, Uganda, Rwanda, Burundi, Tanzania, Sambia und Agola
Bevölkerungsdichte: 15 Einwohner pro km²
   
Bevölkerung: 40 Mio., etwa 250 ethnische Gruppen
   
Religion: ca. 50% römisch-katholisch
  ca. 20% evangelisch
  ca. 1% Moslems
   

Amtssprache:

Französisch
   
 
 
 
 
Die geographische Lage der Demokratischen Republik Kongos
 
 

Zur Stadt Tshibombo

Anfang der 90er Jahre herrschten große Unruhen in Katanga - im Süden des Landes; die politische Situation war vom Bürgerkrieg bestimmt. 1992 kam es zu riesigen Flüchltingswellen aus Katanga in Richtung der Ostkasai, der Stadt Mbuji-Mayi.

Mit Hilfe internationaler Hilfsorganisationen (Caritas, World Vision) wurden die Flüchtlinge 13 km entfernt von Mbuji-Mayi in einer Halbwüstengegend angesiedelt. Im Mai 1995 wurde daraufhin die Trabantenstadt Tshibombo-Tshimuangi gegründet, wo ca. 40000 Flüchtlinge eine neue Heimat fanden. Die Gegend ist sehr trocken, ohne Wasser und ohne Bäume, die Durchschnittstemperatur liegt bei etwas 30° C.

Um Elend und Entmutigung zu vermeiden, schlossen sich die Einwohner in Gruppen zusammen, um auf diese Weise ihren wirtschaftlichen Aufbau, die Förderung der Gesellschaft und das kulturelle wie auch religiöse Leben in Tshibombo besser organisieren zu können. Einige Menschen fanden Arbeit im Stadtzentrum von Mbuji-Mayi, andere bewirtschafteten Ackerland, das ca. 10 km außerhalb der Stadt liegt.

Partnerschaft mit dem St. Meinrad Gymnasium

Der schon seit längerem bestehende Arbeitskreis "Soziales Lernen" hat neben anderen Aktivitäten zum Schuljahr 1996 / 97 diese Partnerschaft mit Tshibombo ins Leben gerufen, wobei man sich einerseits an eine Kooperation der Universität Tübingen mit der im Aufbau befindlichen Universität in Tshibombo anschloss, andererseits konnte man aber auch an persönliche Kontakte zwischen Kirchenvertretern unserer Diözese und der Diözese von Mbuji-Mayi anknüpfen.

Für unsere Schüler, Eltern und Lehrer ist Pfarrer Achille Mutombo Ansprechpartner; er ist derzeit in der Gemeinde Pliezhausen (bei Reutlingen) tätig. Da er selbst aus Zaire stammt, kann er immer wieder sehr eindrucksvoll und lebensnah von der Mentalität und dem Lebensgefühl seiner Heimat erzählen und berichten. Die Gelegenheit dazu hat er vor allem dann, wenn er mit Klassen, Klassenstufen oder der ganzen Schulgemeinschaft Gottesdienste feiert - dies auch sehr gerne nach zairischem Ritus, was für alle Beteiligten immer wieder ein Erlebnis ist.

Aktionen

Im letzten Schuljahr haben wir - das St. Meinrad Gymnasium - mit großem Erfolg und Beteiligung eine Schulsammlung durchgeführt; gesammelt wurden Hefte, Stifte, Radiergummis, Lineale, Papier und Schulranzen, aber auch Sachspenden seitens der Eltern (z.B. gut erhaltene Schreib- und Nähmaschinen) sowie zehn neue Basketbälle kamen zusammen.

Initiiert wurde dies durch eine groß angelegte Containersammlung von Herrn Prof. Domres von der medizinischen Fakultät der Universität Tübingen. Zusammen mit seiner Frau war er schon mehrfach in Zentralafrika, wo er vor allem für die medizinische Versorgung im ehemaligen Flüchtlingslager von Tshibombo verantwortlich ist.

Auch in diesem Schuljahr ist eine Sammelaktion geplant: Prof. Domres wird voraussichtlich ab Januar 2000 neue Container zur Verfügung stellen; nähere Infos können zu gegebener Zeit hier eingeholt werden!

Vom Erlös des Weihnachtsmarktes im Dezember 1998 und vieler anderer bisheriger Veranstaltungen unserer Schule konnte in Tshibombo ein einfaches Schulhaus gebaut werden, doch es fehlt noch an Tischen, Stühlen und Schreibwaren; auch für die Bezahlung der Lehrkräfte steht kein Geld zur Verfügung.

 
   
 

Kinder in Tshibombo mit St. Meinrad T-Shirts

Spendenkonto

Schule Tshibombo
Kontonr. 200 1605
Kreissparkasse Tübingen
BLZ 641 500 20