Zur Stadt Tshibombo
Anfang der 90er Jahre herrschten große Unruhen in
Katanga - im Süden des Landes; die politische Situation war vom Bürgerkrieg
bestimmt. 1992 kam es zu riesigen Flüchltingswellen aus Katanga in
Richtung der Ostkasai, der Stadt Mbuji-Mayi.
Mit Hilfe internationaler Hilfsorganisationen (Caritas,
World Vision) wurden die Flüchtlinge 13 km entfernt von Mbuji-Mayi
in einer Halbwüstengegend angesiedelt. Im Mai 1995 wurde daraufhin
die Trabantenstadt Tshibombo-Tshimuangi gegründet, wo ca. 40000 Flüchtlinge
eine neue Heimat fanden. Die Gegend ist sehr trocken, ohne Wasser und
ohne Bäume, die Durchschnittstemperatur liegt bei etwas 30° C.
Um Elend und Entmutigung zu vermeiden, schlossen sich
die Einwohner in Gruppen zusammen, um auf diese Weise ihren wirtschaftlichen
Aufbau, die Förderung der Gesellschaft und das kulturelle wie auch
religiöse Leben in Tshibombo besser organisieren zu können.
Einige Menschen fanden Arbeit im Stadtzentrum von Mbuji-Mayi, andere bewirtschafteten
Ackerland, das ca. 10 km außerhalb der Stadt liegt.
Partnerschaft mit dem St. Meinrad Gymnasium
Der schon seit längerem bestehende Arbeitskreis "Soziales
Lernen" hat neben anderen Aktivitäten zum Schuljahr 1996 / 97
diese Partnerschaft mit Tshibombo ins Leben gerufen, wobei man sich einerseits
an eine Kooperation der Universität Tübingen mit der im Aufbau
befindlichen Universität in Tshibombo anschloss, andererseits konnte
man aber auch an persönliche Kontakte zwischen Kirchenvertretern
unserer Diözese und der Diözese von Mbuji-Mayi anknüpfen.
Für unsere Schüler, Eltern und Lehrer ist Pfarrer
Achille Mutombo Ansprechpartner; er ist derzeit in der Gemeinde Pliezhausen
(bei Reutlingen) tätig. Da er selbst aus Zaire stammt, kann er immer
wieder sehr eindrucksvoll und lebensnah von der Mentalität und dem
Lebensgefühl seiner Heimat erzählen und berichten. Die Gelegenheit
dazu hat er vor allem dann, wenn er mit Klassen, Klassenstufen oder der
ganzen Schulgemeinschaft Gottesdienste feiert - dies auch sehr gerne nach
zairischem Ritus, was für alle Beteiligten immer wieder ein Erlebnis
ist.
Aktionen
Im letzten Schuljahr haben wir - das St. Meinrad Gymnasium
- mit großem Erfolg und Beteiligung eine Schulsammlung durchgeführt;
gesammelt wurden Hefte, Stifte, Radiergummis, Lineale, Papier und Schulranzen,
aber auch Sachspenden seitens der Eltern (z.B. gut erhaltene Schreib-
und Nähmaschinen) sowie zehn neue Basketbälle kamen zusammen.
Initiiert wurde dies durch eine groß angelegte Containersammlung
von Herrn Prof. Domres von der medizinischen Fakultät der Universität
Tübingen. Zusammen mit seiner Frau war er schon mehrfach in Zentralafrika,
wo er vor allem für die medizinische Versorgung im ehemaligen Flüchtlingslager
von Tshibombo verantwortlich ist.
Auch in diesem Schuljahr ist eine Sammelaktion geplant:
Prof. Domres wird voraussichtlich ab Januar 2000 neue Container zur Verfügung
stellen; nähere Infos können zu gegebener Zeit hier eingeholt
werden!
Vom Erlös des Weihnachtsmarktes im Dezember 1998
und vieler anderer bisheriger Veranstaltungen unserer Schule konnte in
Tshibombo ein einfaches Schulhaus gebaut werden, doch es fehlt noch an
Tischen, Stühlen und Schreibwaren; auch für die Bezahlung der
Lehrkräfte steht kein Geld zur Verfügung. |